Von Mitarbeitern und Handlungsbedarf
Die richtigen Mitarbeiter zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle. Klingt
einfach, ist es aber nicht. Es ist ein ganz natürlicher Vorgang, dass sich Tätigkeitsstrukturen
im Laufe der Zeit verändern und Organisationen nicht mehr „rund
laufen.“ Ein Beispiel: Immer mehr Kliniken haben unbesetzte Stellen im ärztlichen
Bereich. Von 12 Planstellen sind z.B. nur 10 besetzt und das oft über
einen längeren Zeitraum hinweg. 10 Mitarbeiter müssen so die Arbeit
von 12 machen. Hinzu kommt, dass Ärzte immer mehr Aufgaben übernehmen
müssen, die nicht originär ärztlichen Tätigkeiten entsprechen.
In der Pflege, in der erfahrungsgemäß mehr als 95% der Mitarbeiter
examiniertes Pflegepersonal ist, müssen Krankenschwestern und Krankenpfleger
Aufgaben wie Servicetätigkeiten, Transporte oder administrative Tätigkeiten
durchführen. In Anbetracht der 3-jährigen Qualifikation macht es
keinen Sinn, dass ihr Tätigkeitsprofil nur zu 70% aus Tätigkeiten
besteht, zu denen sie diese examinierte Qualifikation benötigen. Was ist
nun zu tun?
Wir von H&N Projektmanagement analysieren die gegebenen Strukturen und
erheben valide Daten dazu. Wir begleiten die Ärzte und das Pflegepersonal
und schauen uns deren Arbeitsabläufe an. Im Ergebnis erhalten wir ein
ziemlich genaues Arbeitsprofil der jeweiligen Personengruppen, das wir zusammenfassend
präsentieren. Auf dieser Basis legen wir mit der Krankenhausleitung die
grobe Marschrichtung fest. Zunächst werden Projektgruppen gebildet, die
weitere Details erarbeiten.
Da die Abläufe von Fachabteilung zu Fachabteilung unterschiedlich sind,
ist es oft zwingend, Tätigkeitsprofile zu erstellen, die bis auf Stationsebene
herunter gebrochen sind. Die entscheidende Lösung besteht darin, diesen
individuellen Profilen gezielte qualitative Lösungen zuzuordnen. Wenn
sich beispielsweise herausstellt, dass eine Station mehr Aufwand an Transporten
hat, entwickeln wir ein Modell für einen Patiententransport bzw. –Begleitdienst.
Eine Station mit erhöhtem Administrationsaufwand wird durch eine Stationssekretärin,
oder Arzthelferin entlastet. In Stationen, die besonders serviceintensiv sind,
erhält dieser Bereich Servicekräfte, um Freiräume für die
examinierten Pflegekräfte zu schaffen. Denn diese sollen wiederum Tätigkeiten
von Ärzten übernehmen. Diese neuen Tätigkeitsstrukturen können
nachweislich sogar wirtschaftlicher sein.
In unserem Beispiel von oben könnte
sich das so darstellen:
- Neuer Planstatus sind 10 statt 12 Ärzte, dadurch erhebliche Einsparungen
an Gehältern
- Die Anzahl an examinierten Pflegekräften muss nicht erhöht werden,
die Arbeit wird qualitativ besser, die Eigenmotivation steigt
- Mit den eingesparten Arztgehältern werden die so genannten pflegeentlastenden
Dienste wie Stationssekretärin, Servicekräfte etc. finanziert. Da
diese Gehälter ein niedrigeres Niveau gegenüber den ärztlichen
Gehältern aufweisen, bleiben unterm Strich noch Finanzmittel übrig.
- Ein weiterer positiver Effekt ist auch in der höheren Servicequalität
zu verzeichnen, die der Patient deutlich spürt und die sich wiederum in
der Patientenzufriedenheit bemerkbar macht.